Interview mit Daniela Kirsch von Rebional

Interview mit Frau Kirsch von Rebional GmbH

Hallo Frau Kirsch. Sie sind in der Leitung Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeitsmanagerin bei Rebional GmbH mit Sitz in Herdecke, NRW. Bei Rebional wird frisches Essen für Menschen in Kliniken, Seniorenheimen, Betrieben, Schulen und Kitas gekocht. Dabei ist Ihnen ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit sehr wichtig.

Was ist unter Nachhaltigkeitsmanagement zu verstehen?

Nachhaltigkeitsmanagement heißt für uns: sich der ökologisch, sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung als Unternehmen zu stellen und sich dabei auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren. So werden wir immer etwas besser. Wir messen und korrigieren den Weg zu unseren Nachhaltigkeitszielen jährlich.

Wie haben Sie vom Nachhaltigkeitsmanagement profitiert?

Unser Nachhaltigkeitsmanagement hilft uns, als Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wir erkennen frühzeitig neue Herausforderungen – etwa gesetzliche Anforderungen oder Klimafolgen – und können gezielt darauf reagieren.

Auch unsere Mitarbeitenden profitieren, z. B. durch Gesundheitsförderung und gute Arbeitsbedingungen.
Unsere Kundschaft und Gäste erhalten ein Angebot, das transparent, fair und umweltfreundlich gestaltet ist.

Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatz, sondern ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie – mit echtem Mehrwert für alle Beteiligten.

Können Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsmanagerin oder Nachhaltigkeitsmanager mit Nachhaltigkeitsmanagement starten?

Ja – Nachhaltigkeit ist kein Projekt mit klarer Deadline, sondern ein fortlaufender Prozess, der Schritt für Schritt gestaltet wird. Es geht nicht um „alles oder nichts“, sondern darum, anzufangen und dranzubleiben.

Wichtige Voraussetzungen sind:

  • Eine gemeinsame Vision oder Mission, die Orientierung gibt
  • Gute Kommunikation an Schnittstellen, damit alle mitdenken und mitgestalten können
  • Ein klarer Plan zu Beginn, der hilft, Ressourcen sinnvoll einzusetzen

Gerade der Einstieg gelingt leichter mit externer Unterstützung – zum Beispiel durch unsere Beratung. So lassen sich erste Maßnahmen gezielt entwickeln und Nachhaltigkeit strukturiert ins Unternehmen bringen.

Welche Maßnahmen haben Sie konkret unternommen?

In unserem Nachhaltigkeitsteam arbeiten wir kontinuierlich an der Qualität unserer Speisen – mit dem Ziel, diese nicht nur gesund, sozial verträglich und wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch innerhalb der planetaren Grenzen anzubieten.

Darüber hinaus setzen wir konkrete Maßnahmen um, wie z. B.:

  • Abfallmessungen und -analysen, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren
  • Maßnahmen zur Steigerung unserer Attraktivität als Arbeitgeber, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen, Beteiligung und Weiterbildung
  • Transparente Kommunikation unserer Nachhaltigkeitsziele und Fortschritte

Diese Beispiele zeigen: Nachhaltigkeitsmanagement ist bei uns kein abstraktes Konzept, sondern gelebte Praxis – Schritt für Schritt.

Was empfehlen Sie Unternehmen für den Start?

Am Anfang in ein gutes System investieren, mit dem man wachsen und arbeiten kann. Das bedeutet nicht Punkte nur abzuarbeiten, sondern es direkt in die Betriebsführung zu integrieren. Da helfen Managementsysteme. Nur wenn ich plane, messe prüfe und nachbessere kann das System beständig besser werden.

Welches Sytem nutzen Sie bei Rebional?

Wir arbeiten seit sieben Jahren mit dem ZNU-Standard Nachhaltigkeit und erleben ihn als wertvolles Instrument, um jährlich besser zu werden. Als strukturiertes Managementsystem hilft es Unternehmen, sich auf die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen zu konzentrieren – ökologisch, sozial und ökonomisch.

Nach erfolgreichem Audit erhalten wir eine Zertifizierung nach den Nachhaltigkeitsstandards des Zentrums für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU). Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Dritte und bietet eine klare Orientierung für kontinuierliche Verbesserung.

Welche Bedingungen sind für die Zertifizierung zu erfüllen und mit welchem Zeitaufwand ist zu rechnen?

Natürlich braucht es zu Beginn Zeit und Ressourcen, um Prozesse zu analysieren, Ziele zu definieren und Maßnahmen zu planen. Der Zeitaufwand hängt stark von der Unternehmensgröße, den vorhandenen Strukturen und dem Vorwissen ab. Es ist empfehlenswert in einem abteilungsübergreifenden Team an den Fragen zu arbeiten.

In herausfordernden Zeiten – etwa bei wirtschaftlicher Unsicherheit oder während einer Pandemie – können sich einzelne Ziele verschieben. Dennoch bleibt der Standard ein verlässlicher Rahmen, um Nachhaltigkeit systematisch zu verankern.

Wichtig ist: Der Einstieg ist möglich – auch ohne eigene Nachhaltigkeitsabteilung.
Seit 2025 bieten wir unsere Beratung an, um andere Unternehmen, die sich auch auf den Weg der Nachhaltigkeit begeben möchten, aktiv zu unterstützen. Hierzu haben wir eine Kooperation mit anderen Fach-Beratern geschlossen.
Denn: Nachhaltigkeitsmanagement muss keine Hürde sein – und jeder Schritt zählt auf dem Weg in eine klimaschonende Zukunft.

Wo können Unternehmen der Gemeinschaftsgastronomie Unterstützung herholen?

Ein wertvoller Ansprechpartner ist die Allianz für Verantwortungsvolle Esskultur (AVE). Hier haben sich auch Wettbewerber zusammengeschlossen, um gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für die Gemeinschaftsverpflegung zu arbeiten. Denn in vielen Bereichen ist es bereits „fünf vor zwölf“ – und gemeinsam geht’s leichter.

Die AVE fördert Vernetzung, Wissensaustausch und das gemeinsame Entwickeln von Zielen und Maßnahmen, um die Branche schneller in Bewegung zu bringen. TransformERN verweist deshalb bewusst auf die AVE, weil wir überzeugt sind: Kooperation statt Konkurrenz ist ein Schlüssel für zukunftsfähiges Wirtschaften in der Ernährungswirtschaft.

Vielen Dank für das Gespräch. Wer mehr über Rebional GmbH erfahren möchte, findet alle Informationen unter www.rebional.de.