Hintergründe und Anforderungen

Warum wird nachhaltige Transformation für Unternehmen immer wichtiger?

Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend von einem freiwilligen Zusatzthema zu einer strategischen und teilweise regulatorischen Anforderung. Unternehmen müssen sich mit den Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Klima, Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzen. Gleichzeitig verändern sich Märkte, Kundenanforderungen und Erwartungen von Geschäftspartnern und Finanzierungsinstitutionen.

Für Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft ist diese Entwicklung besonders relevant. Landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung, Verpackung, Transport und Handel sind eng mit Energie- und Ressourcenverbrauch, Landnutzung, Wasser, Biodiversität und Treibhausgasemissionen verbunden.

Eine nachhaltige Transformation kann deshalb dazu beitragen, Umweltbelastungen zu reduzieren, Ressourcen effizienter einzusetzen, Risiken in Lieferketten zu erkennen und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

2.1 Von den SDGs zum Green Deal

Internationale und europäische Nachhaltigkeitsziele bilden einen wichtigen Rahmen für die Transformation.

Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen umfassen 17 globale Nachhaltigkeitsziele. Dazu gehören unter anderem Klimaschutz, nachhaltige Produktion und Konsum, sauberes Wasser, nachhaltige Landnutzung und der Schutz von Ökosystemen.

Auf europäischer Ebene setzt der European Green Deal den Rahmen für die Transformation hin zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft. Für Unternehmen ergeben sich daraus neue Anforderungen, aber auch Chancen für Innovationen und neue Geschäftsmodelle.

Für Sie bedeutet das: Nachhaltigkeit sollte nicht ausschließlich als Reaktion auf einzelne gesetzliche Anforderungen betrachtet werden. Vielmehr kann sie als strategischer Ansatz genutzt werden, um das Unternehmen frühzeitig auf zukünftige Entwicklungen auszurichten.

2.2 Gesetze und regulatorische Anforderungen

Welche Nachhaltigkeitsanforderungen gelten für Unternehmen?

Die Anforderungen an Unternehmen nehmen zu. Je nach Unternehmensgröße, Branche und Geschäftsmodell können unterschiedliche Regelungen relevant sein.

Dazu gehören beispielsweise Anforderungen aus der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), der EU-Taxonomie, der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) oder der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR).

Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich und entwickeln sich weiter. Unternehmen sollten deshalb zunächst prüfen, welche Vorgaben tatsächlich für sie gelten und welche Daten dafür benötigt werden.

Ein wichtiger Ausgangspunkt ist die strukturierte Erfassung relevanter Unternehmens- und Lieferkettendaten. Dazu können beispielsweise Energieverbräuche, Emissionen, Rohstoffe, Lieferanteninformationen oder Angaben zur Herkunft von Produkten gehören.

Für die praktische Umsetzung können digitale Tools und Checklisten unterstützen. Ein Beispiel ist das EUDR Scoping Tool von Preferred by Nature, mit dem Unternehmen prüfen können, ob und welche Verpflichtungen im Zusammenhang mit der EU-Entwaldungsverordnung relevant sind.

Regulatorische Anforderungen sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden. Viele der dafür benötigten Daten können gleichzeitig für eine Klimabilanz, eine Ökobilanz oder die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie genutzt werden.