Best Practice: Nachhaltigkeit braucht ein Geschäftsmodell

Düpmann GmbH & Co. KG aus Borgholzhausen zeigt, wie ressourceneffiziente Produktion und wirtschaftlicher Erfolg zusammenpassen – mit über 150 Jahren Erfahrung und dem Mut, Prozesse immer wieder neu zu denken.

Wer Schäl- und Schnibbelware produziert, weiß: Rohstoffe, Energie und Wasser sind nicht nur ökologische Verantwortung – sie sind harte Kostenblöcke. Düpmann hat früh verstanden, dass Nachhaltigkeit kein Marketingversprechen ist, sondern ein Hebel für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Das familiengeführte Unternehmen investiert seit Jahren konsequent in ressourcenschonende Prozesse – von der Wärmerückgewinnung in Marienfeld über den Neubau in Borgholzhausen bis hin zu laufenden Optimierungen im Energie- und Abfallmanagement.
Ein aktuelles Beispiel macht das besonders greifbar: Durch den Anschluss eines neuen Kompressors an die bereits bestehende Wärmerückgewinnung konnte Düpmann den Gasverbrauch um weitere 9 % senken – bei einer Amortisierungszeit von rund zwei Wochen.
Eine Maßnahme, die zeigt, wie viel Potenzial oft in vorhandenen Strukturen schlummert, wenn man genau hinschaut.


„Nachhaltigkeit braucht Prozessmonitoring und starke Partner. Wer im Austausch bleibt und Energieflüsse aktiv steuert, findet immer neue Wege zur Effizienz.“ – Heinz & Sylvia Düpmann, CEOs Düpmann GmbH & Co. KG


Kreislaufwirtschaft beginnt beim Rohstoff
Wer Gemüse schält und schneidet, erzeugt zwangsläufig Reststoffe. Düpmann begegnet dieser Herausforderung mit einem konsequenten Kreislaufansatz: 2023 wurden bereits 88 % der Abfälle als Biogassubstrat oder über Recyclingwege zurückgeführt – 2024 waren es schon 97 %. Was nicht verwertet werden kann, soll so weit wie möglich vermieden werden.
Dazu kommt: Die Rohstoffe, die ins Werk kommen, stammen wo immer möglich aus Deutschland und der EU. Kurze Lieferwege sind für Düpmann nicht nur ein Emissionsthema – sie sind Teil der Unternehmensidentität und Grundlage für verlässliche Lieferantenbeziehungen. Gerade in Zeiten klimatischer Unsicherheiten, die regionale
Rohstoffverfügbarkeit zunehmend unter Druck setzen, wird dieser Ansatz zum strategischen Vorteil.


„Es klappt nicht alles sofort. Bleiben Sie agil. Wer flexibel umplant und frühzeitig alle möglichen Stakeholder einbindet, bringt das Projekt trotz Hindernissen ins Ziel.“ – Heinz & Sylvia Düpmann


Neue Produktion, neue Ziele
Seit dem Umzug in den komplett neu gebauten Betrieb in Borgholzhausen 2018 hat Düpmann die Nachhaltigkeitsstrategie weiter geschärft. Der Fokus liegt jetzt auf systematischem Strommonitoring, der Reduktion von Fehlerquellen sowie der gezielten Senkung des Wasserverbrauchs. Neue Zähler und Optimierungsprozesse sollen sicherstellen, dass Verbrauch nicht nur gemessen, sondern aktiv gesteuert wird – denn: Emissionen, die gar nicht erst entstehen, sind die besten.


Das Fazit: Ohne schwarze Zahlen bleibt „Grün“ ein Nischenprodukt


Düpmann macht deutlich, was TransformERN für alle KMU der Land- und Ernährungswirtschaft in der Region vermitteln möchte: „Wirtschaftlichkeit vor Idealismus: Nachhaltigkeit braucht ein Geschäftsmodell. Kunden sind
selten bereit, einen ‚grünen Aufpreis‘ zu zahlen. Effizienzgewinne oder staatliche Förderungen müssen die Mehrkosten decken.“ – Heinz & Sylvia Düpmann


Was Düpmann dabei auch klar zeigt: Die Umsetzung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Starke Partnerschaften – mit Lieferanten, mit Technologieanbietern, mit Netzwerken wie TransformERN – sind die Voraussetzung dafür, dass aus guten Absichten echte Ergebnisse werden. Wer den richtigen Austausch sucht, findet immer neue Wege zur Effizienz.


Düpmann GmbH & Co. KG ist ein Beispielunternehmen aus dem TransformERN-Netzwerk. Sie möchten wissen, welche Hebel in Ihrem Betrieb stecken? Wir begleiten Sie – vom ersten Klima-Check bis zur Umsetzung. Kommen Sie mit uns in Kontakt.